Bildungsprogramm

Unter einem Bildungsprogramm versteht man eine zielgerichtete Maßnahme bzw. ein Bündel von Maßnahmen im Bildungssektor im weitesten Sinne. Ein Bildungsprogramm hat einen oder mehrere Träger, die nicht mit dem Initiator des Programms identisch sein müssen. So kann beispielsweise ein zuständiges Ministerium auf Anraten eines Expertengremiums entsprechende Aufträge an Bildungseinrichtungen vergeben. Zudem werden von Anfang an eine Zielgruppe und ein Ziel festgelegt. Meist werden für bestimmte Bevölkerungsgruppen eine Erhöhung von Chancen oder eines bestimmten Bildungsniveaus angestrebt. So kann ein Bildungsprogramm beispielsweise gezielte Sprachförderung für erwerbslose Frauen mit Migrationshintergrund anbieten, lernschwachen Jugendlichen zu einem Schulabschluss verhelfen oder die Medienkompetenz von Familien und Pädagogen stärken.

Bildungsprogramme als Projekte

Bildungsprogramme haben grundsätzlich projekthaften Charakter. Das bedeutet, dass sie sich in Organisation und Kommunikation deutlich vom sonstigen Angebot der beteiligten Einrichtungen abheben, über einen gesonderten Etat verfügen und nach einer festgelegten Zeit enden. Bei vielen Bildungsprogrammen wird anschließend eine Evaluation der Maßnahmen durchgeführt. Dafür werden zuvor messbare Kriterien für die Zielerreichung, so genannte key performance indicators (KPIs), festgelegt. Das kann beispielsweise die Senkung der Schulabbrecherquote in einem bestimmten Einzugsbereich sein, oder auch die Schulung einer gewissen Personenzahl zu einem fest umrissenen Thema. Hierfür werden die Kriterien, nach dem die Teilnehmer und Teilnehmerinnen zum Bildungsprogramm zugelassen werden, genau festgelegt, um genaue Aussagen über Akzeptanz und Erfolg des Programms machen zu können.

Gerade wenn vorher bestehende Initiativen in ein Bildungsprogramm mit eingebunden und bereits vorhandene Ansätze, Anlaufstellen und Ressourcen unter einem neuen Dach als Netzwerk zusammen geführt werden, sind jedoch die Festlegung der KPIs und die Evaluation schwierig. Hier beschränkt man sich häufig darauf, die Erreichbarkeit der verschiedenen Anlaufstellen beispielsweise durch ein Internetportal zu bündeln und zu vereinheitlichen sowie Austausch und Kooperation der Beteiligten durch Fachtagungen zu verbessern. Nur für die zusätzlich neu geplanten Angebote des Bildungsprogramms können klare Ziele formuliert und gemessen werden.

Am Ende der Evaluation kommt der Abschlussbericht

Nach der Evaluation eines Bildungsprogramms werden üblicherweise ausführliche Abschlussberichte veröffentlicht. Hier werden die Ergebnisse und Erfahrungen dargelegt und bewertet. Meist war bereits zu Beginn des Programms klar, ob im Erfolgsfall die Angebote flächendeckend in das Portfolio der entsprechenden Bildungseinrichtungen übernommen werden sollten bzw. das gegründete Netzwerk fortbestehen sollte. In den Zwischenberichten, die meist intern an Initiatoren und Träger des Bildungsprogramms übermittelt werden, lässt sich bereits zur Laufzeit des Projekts eine Tendenz erkennen, so dass begleitend die notwendigen Maßnahmen für eine nahtlose Übergabe der Ergebnisse an die neuen Träger und ihre Mitarbeiter geplant werden können.

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