Das Bildungssystem in Deutschland hat viele Gesichter Das deutsche Bildungssystem zu skizzieren, gestaltet sich aus Gründen, die im Aufbau und der Aufgabenverteilung unseres föderalistischen Bundesstaates liegen, nicht ganz unproblematisch. Die Bundesrepublik Deutschland setzt sich aus 16 Bundesländern und Stadtstaaten zusammen. Eine der wenigen Regelungs-Kompetenzen, die die Länder gegenüber dem Bund behaupten konnten, ist die Kulturhoheit. Da somit jedes Land eine eigene Regelung getroffen hat, wäre es verfehlt, von einem bundeseinheitlichen Bildungssystem zu sprechen. Die Unterschiede gestalten sich dabei sehr unterschiedlich und fallen, je nach betroffenem Bereich, mehr oder weniger groß aus. Einigen konnte man sich indes auf eine einheitliche Ausgestaltung der einzelnen Stufen im deutschen Bildungssystem.
Stufen des Bildungssystems
Die unterste Stufe in unserem Bildungssystem ist die Elementarstufe. In diese Stufe fallen Kinder, für die noch keine Schulpflicht besteht. In Deutschland besteht diese Pflicht erst ab dem sechsten Lebensjahr. Kinder der Elementarstufe besuchen meist einen Kindergarten oder Hort. Diese Einrichtungen werden zumeist von den Kommunen getragen, aber auch soziale Einrichtungen oder die Kirchen können als Träger fungieren.
Die zweite Stufe im deutschen Bildungssystem ist die Primarstufe und umfasst die ersten vier bis sechs Schuljahre des Kindes. Diese verbringt es zumeist auf einer Grundschule. In Ausnahmefällen können Kinder für ein Jahr von der Schulpflicht befreit werden. In der Grundschule werden grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und der Umgang mit Zahlen vermittelt. Natürlich werden hier auch die musischen und sportlichen Fähigkeiten des Kindes gefördert. In Ausnahmefällen steht ab der dritten Klasse der Englischunterricht auf dem Stundenplan.
verschiedene Schulformen
Die nun folgende Stufe ist die Sekundarstufe I. Sie umfasst die Klassen fünf bis zehn und endet mit dem mittleren Bildungsabschluß. Unser Bildungssystem kennt im Rahmen der Sekundarstufe I verschiedene Schulformen, das Gymnasium, die Realschule und die Hauptschule. Die Wahl der Schulform bestimmt sich individuell nach der Begabung und Ausrichtung des Schülers. Die Klassen fünf und sechs sollen als sog. “Orientierungsstufe” zunächst einen Aufschluss darüber geben, ob der Schüler die richtige Schulform gewählt hat. Scheint die Wahl nicht gerechtfertigt zu sein, erlaubt unser Bildungssystem im Sinne der Vermeidung von Über- oder Unterforderung den Wechsel der Schulform. Das Abschlußzeugnis am Ende der Sekundarstufe I gibt Aufschluss darüber, wie eine eventuelle Fortsetzung der Ausbildung des Schülers in der Sekundarstufe II ausgestaltet werden könnte.
Die Sekundarstufe II ist die letzte Stufe in unserem Bildungssystem. Hier können dem Heranwachsenden die Inhalte vermittelt werden, die er zur Ausübung des gewünschten Berufs benötigt. Sie kann allerdings auch als Vorbereitung auf ein bevorstehendes Studium an einer Fachhochschule oder Universität dienen.