Private Universitäten – Allgemeine Informationen Eine private Universität ist eine Hochschule, die nicht vom Staat, sondern privat getragen wird. Sofern sie staatlich anerkannt ist, steht ihr das Recht zu, akademische Grade zu vergeben. In Deutschland wird die Anerkennung privater Universitäten durch den Staat vom Hochschulrahmengesetz (HRG) und durch die Landeshochschulgesetze (LHG) geregelt.
Geringer Anteil an privaten Universitäten in Deutschland
In Deutschland ist der private Universitätssektor längst noch nicht so stark ausgebaut und etabliert wie beispielsweise in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die erste private Universität mit staatlicher Anerkennung war die Universität Witten/Herdecke, die 1982 gegründet wurde. Zwar sind bis heute einige Universitäten in privater Trägerschaft hinzugekommen, allerdings sind sie immer noch in der Unterzahl und vereinen gerade einmal ca. 1 % aller Studierenden in Deutschland. Prestigeträchtige Universitäten wie zum Beispiel die Humboldt-Universität Berlin oder die Ludwig-Maximilians-Universität München sind öffentliche Hochschulen. Dagegen sind fast sämtliche Hochschulen in den Vereinigten Staaten, die als konkurrenzfähig und hochwertig gelten, wie etwa die Harvard University oder die Yale University, private Universitäten.
Vor- und Nachteile eines Studiums an einer privaten Universität
Als Vorteile von privaten Universitäten werden oft die folgenden genannt: Sie böten meist bessere Studien- und Forschungsbedingungen, da sie das Recht hätten, ihre Studierenden und ihr Personal strenger zu selektieren und dadurch besondere Qualitätsansprüche anzulegen. Da sie oftmals sehr wirtschaftsnah operierten, seien sie zudem gut ausgestattet und bereiteten ihre Absolventen optimal auf die freie Wirtschaft vor. Die geringe Größe von privaten Universitäten erlaube eine bessere Betreuung der Studierenden und ermögliche es ihnen außerdem, Netzwerke untereinander und mit Alumni aufzubauen, die hilfreich für die weitere Karriere seien. Nicht zuletzt wird als Vorteil auch die stärker verschulte Ausbildung mit häufigen Erfolgskontrollen genannt, die das Risiko eines Studienabbruchs verringere und die Wahrscheinlichkeit eines guten Abschlusses erhöhe.
Zu den Nachteilen von privaten Universitäten zählen die oftmals sehr hohen Kosten, die mit einem Studium dort verbunden sind. Diese führen laut Kritikern dazu, dass überdurchschnittlich viele Kinder aus wohlhabenden Familien an privaten Universitäten studieren, was zur Entstehung eines Elitenbewusstseins führe und die Gesellschaft spalte. Des Weiteren sei die Fächeranzahl im Vergleich zu staatlichen Universitäten deutlich geringer. Als gravierender Nachteil wird auch genannt, dass private Universitäten zwar intensive Kontakte zur Wirtschaft pflegten, dadurch aber gefährdet seien, in eine Abhängigkeit zu geraten und zu Dienstleistungsunternehmen für Interessenvertreter der Wirtschaft umgeformt würden.