Studieren ohne Grenzen: das Hochschulprogramm Erasmus

Das Hochschulprogramm Erasmus ist Teil eines großen Bildungsprogrammes der EU-Kommission. Das Bildungsprogramm heißt LLP (“Lifelong Learning Programme”), also “Programm für lebenslanges Lernen”. Das LLP möchte die Bürger der EU ermuntern, sich immer weiter fortzubilden und hat dafür eine Reihe von Maßnahmen kreiert, wie etwa Schüler- und Studentenaustausch und Lehrerfortbildung. Das Programm hat für die Jahre 2007 bis 2013 einen Etat von knapp 7 Milliarden Euro. Die folgenden Teilprogramme bilden zusammen das LLP:

    1) Das Programm Comenius für drei Millionen Schüler
    2) Das Hochschulprogramm Erasmus für mindestens drei Millionen Studenten
    3) Das Berufsbildungsprogramm Leonardo da Vinci für mindestens 80.000 fortbildungswillige Berufstätige
    4) Das Erwachsenenbildungsprogramm Grundtvig für 7.000 Teilnehmer.

Stärkung der Mobilität von Studierenden und Lehrpersonal

Das Hochschulprogramm Erasmus hat seinen Namen im Gedenken an den Humanisten Erasmus von Rotterdam (1465 – 1536) erhalten. Der Name ist mit Bedacht gewählt. Erasmus war nicht nur einer der größten Gelehrten des Zeitalters von Reformation und Humanismus; er war auch sehr mobil und lehrte an verschiedenen Universitäten (Paris, Leuven, Cambridge). Getreu diesem Vorbild will das Hochschulprogramm Erasmus die Mobilität der Studenten und Lehrkräfte stärken und ermöglicht daher den akademischen Austausch innerhalb der gesamten EU. Alle 27 EU-Staaten sind im Hochschulprogramm Erasmus involviert, dazu Island, Liechtenstein, Norwegen und die Türkei. Das jährliche Budget des Hochschulprogramms Erasmus beläuft sich auf 440 Millionen Euro.

Im Rahmen des Hochschulprogramms Erasmus ergeben sich die folgenden Möglichkeiten des akademischen Austausches: Studierende können an einer ausländischen Universität studieren oder ein Auslandspraktikum absolvieren. Lehrkräfte erhalten die Möglichkeit, an einer ausländischen Hochschule zu lehren oder sich dort weiterzubilden. Falls nötig, finden vor der Abreise noch vorbereitende Intensivsprachkurse statt.

Wie läuft das Anmeldeverfahren?

Wie Studierende am Hochschulprogramm Erasmus teilnehmen können, sei im Folgenden am Beispiel der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg dargestellt: Das International Student Office (ISO), das der Universitätsverwaltung angegliedert ist, empfiehlt allen Studenten, die einen Studienaufenthalt im Ausland in Erwägung ziehen, die Teilnahme am Hochschulprogramm Erasmus. Anmeldeschluss für das Wintersemester ist der 1. März, für das Sommersemester der 31. Oktober. Alle Studenten, die bereits zwei Semester im Inland studiert haben, können sich bewerben. Der Studentenaustausch über das Hochschulprogramm Erasmus ist nur mit Partneruniversitäten möglich, die ebenfalls am Programm teilnehmen. Im Fall der Universität Oldenburg stehen 110 Partneruniversitäten in 24 Staaten zur Auswahl. Aber natürlich bietet nicht jede dieser Hochschulen das im individuellen Fall gewünschte Studienfach an. Interessenten müssen zunächst eine Auslandsuniversität auswählen und sich dann schriftlich beim ISO der eigenen Universität bewerben. Wer als Teilnehmer am Hochschulprogramm Erasmus ausgewählt wurde, darf zwischen drei Monaten und einem Jahr an der Gastuniversität studieren. Er ist von allen Studiengebühren befreit, erhält ein Stipendium von 160 Euro pro Monat und kann nach Ende der Auslandsstudienzeit einen Leistungsnachweis von der gastgebenden Hochschule bekommen.

Tags: ,

Bisher keine Kommentare

Antworten